Den Begriff Blue Zones gibt es schon seit circa 2005. Der US-amerikanische Autor Dan Buettner beschrieb so 5 spezielle Region auf der Welt, die alle am Meer liegen (daher Blaue Zonen) und durch eine vermehrte Häufung von überdurchschnittlich vielen 100 -jährigen auffiel. Insbesondere weil diese überdurchschnittlichen alten Bewohner zugleich bei guter Gesundheit zu sein schienen, untersuchte Buettner die Lebensgewohnheiten der Menschen in diesen 5 Zonen.
Mit dem vermehrten Interesse an Methoden, die Longevity unterstützen, ist das Thema Blue Zones auch medial verstärkt in den Fokus gerückt.
Dan Buettner hat z.B. eine eigene Website zu den Blue Zones und Netflix brachte 2023 eine eigene Doku-Serie über die Blue Zones heraus mit dem Titel „Wie wird man 100 Jahre alt – Das Geheimnis der Blue Zones“.
Es haben sich allerdings in den letzten Jahren aber auch vermehrt kritische Stimmen gemeldet, die das Konzept der Blue Zones anzweifeln.
Wir von Xonigen möchten Ihnen daher einen Überblick geben, über die positiven Aspekte der Blue Zones, was Sie konkret für Ihre Lebensgewohnheiten mitnehmen können, wollen aber auch die kritischen Aspekte nicht aussparen.
Bereit? Dann starten wir unsere Weltreise in die Blue Zones.
Wo befinden sich die Blue Zones?
Wenn man sich auf einer Weltkarte dies fünf Zonen anschaut, so befinden sich diese interessanterweise auf verschiedenen Kontinenten und teils weit voneinander entfernt.
Diese fünf Zonen hat Buettner 2005 identifiziert
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Loma Linda (Kalifornien, USA)
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Okinawa (Japan)
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Sardinien (Italien)
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Ikaria (Griechenland)
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Nicoya (Costa Rica)
Warum sind diese so interessant
Als Blue Zones bezeichnet man Regionen, in denen Menschen außergewöhnlich häufig überdurchschnittlich alt werden. Viele Menschen dort werden über hundert Jahre alt und bleiben dabei erstaunlich gesund. Trotz der unterschiedlichen geographischen Lagen der Blue Zones scheinen die Bewohner einen ähnlichen Lebensstil zu pflegen. Dies legt die Vermutung nahe, dass diese Faktoren einen positiven Einfluss auf die Langlebigkeit haben könnten.
Was sind die übereinstimmenden Lebensweisen der Blue Zones
Dan Buettner und sein Team haben bestimmte Faktoren identifiziert, die auf den ersten Blick einfach erscheinen, aber konsequent gelebt offenbar zu einer hohen Lebenserwartung und langer Gesundheit beitragen. Folgende 5 Prinzipien scheinen dabei eine große Rolle zu spielen:
Ernährung
Verwendung natürlicher Lebensmittel: frische Zutaten aus der Region sowie Produkte die kaum verarbeitet sind
Fokus auf pflanzenbasierter Ernährung wie Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Obst, Nüsse.
Kaum Fleisch: Fleisch wird nur zu besonderen Anlässen gegessen, weniger als fünfmal pro Monat.
Insgesamt eher maßvolles Essen: In Okinawa z.B. gilt das Prinzip „Hara Hachi Bu“, das bedeutet nur so viel zu essen, bis man zu etwa 80 % satt ist
Bewegung
Auffällig ist die eher moderate, aber regelmäßige Bewegung, in den Alltag sowie Arbeit integrierte kleine Einheiten wie Spazierengehen, Gartenarbeit, Holz hacken, Treppensteigen.
Enge Soziale Bindungen
Ältere Menschen leben oft im Mehrgenerationenhaushalt und soziale Gruppen, Vereine oder religiöse Gemeinschaften geben Unterstützung und Zugehörigkeit.
Geringes Stresslevel
Stressreduzierung durch kleine tägliche Rituale: Beten, Meditation, gemeinsames Essen, Pausen im Tagesablauf, natürlicher Schlafrhythmus.
Lebenssinn
Die Menschen haben auch im Alter noch eine Lebensaufgabe, die Motivation und Freude bringt.
In Okinawa gibt es dafür sogar ein eigenes Wort „Ikigai“ und in Nicoya spricht man vom „Plan de Vida“.
Genuss aber maßvoll
In einigen Blue Zones wird wenig Alkohol getrunken, z. B. ein Glas Wein am Tag (in Sardinien und Ikaria).
Komplett auf den Alkohol verzichtet man aus religiösen Gründen in Loma Linda.
Kleine Gewohnheiten mit großer Wirkung
Diese Prinzipien sind gelten aber nicht nur für Blue Zones – sie zeigen, dass gesunde Gewohnheiten, soziale Verbundenheit und ein klarer Lebenssinn entscheidend für Langlebigkeit sind und durchaus in unseren modernen Alltag integriert werden können.
Was sagen die kritischen Stimmen zu den Blue Zones
Es scheint unbestritten zu sein, dass die Ratschläge für ein besonders langes und gesundes Leben, die das Team um Dan Buettner aus den Blue Zones abgeleitet hat, im Großen und Ganzen sinnvoll sind.
Es ist wahrscheinlich auch wenig überraschend, dass viel Bewegung, viel Gemüse, wenig Stress, viel Zeit mit Freunden und Familie etc. für ein längeres und gesünderes Leben sorgen könnten.
Die Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass es gerade in der Bevölkerungswissenschaft zum hohen Alter ein massives Problem gibt. Vieles weist darauf hin, dass durch verlorene Geburtsurkunden, Identitätsdiebstahl und möglichem Pensionsbetrug ein Fehler hinter dem Alter der Menschen stecken könnte. Einige zweifeln sogar an, dass es überhaupt so viele Hundertjährige in den Blue Zones gibt.
Zusammenfassend kann man sagen
Es gibt vermehrt Kritik am Prinzip der Blue Zones, aber gleichzeitig sind sich viele Experten einig, dass die Kernprinzipien trotzdem einen wertvollen Beitrag zur Longevity leisten können, unabhängig wieviel Hundertjährige tatsächlich in den Blue Zones leben bzw. gelebt haben.
Wir empfehlen daher, die 5 Prinzipien in den Alltag zu integrieren, um die möglichen Vorteile zu nutzen. Es sind oft nur kleine Änderungen der täglichen Gewohnheiten, aber der potenzielle Nutzen, nämliche eine möglicherweise längere gesündere Lebensspanne, ist doch ein schöner Ausblick, oder?