Scheinfasten (FMD = Fasting Mimicking Diet ) nach Dr. Valter Longo

Scheinfasten (FMD) nach Longo aktiviert Autophagie, Ketose, mTOR-Hemmung und Stammzellregeneration, verbessert Zellgesundheit, Entzündungen und Longevity. Fünf-Tage-Protokoll bietet Fastenvorteile trotz Nahrung und gilt als sinnvoller, evidenzbasierter Ansatz.

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Scheinfasten (FMD = Fasting Mimicking Diet ) nach Dr. Valter Longo

Scheinfasten (FMD) - Sinnvoll oder wieder mal nur ein neuer Trend?

Dr. Valter Longo hatte tatsächlich bereits vor ca. 25 Jahren mit seinen Forschungen zum Thema Scheinfasten und den Vorteilen einer kalorienreduzierten Ernährung begonnen. Das Thema nahm dann 2015 Fahrt auf, als er seine ersten Erkenntnisse veröffentlichte.[1]
Durch die Longevity Bewegung der letzten Jahre wird das Scheinfasten nach Dr. Longo gerade wieder neu entdeckt. Denn wer möchte nicht die Vorteile des Fastens genießen ohne dabei zu Hungern?

Wir werfen daher einen Blick auf das Thema, zeigen Ihnen welche Vorteile es hat und welche Prozesse im Körper dadurch positiv beeinflusst werden.
Und ja, es ist tatsächlich neben dem Intervallfasten eine weitere sinnvolle Maßnahme, um die Zellgesundheit und damit die Langlebigkeit zu fördern.
Für mehr Informationen zum Thema Intervallfasten hier der Link zu unserem Artikel „Fasten …

Bevor wir gleich tiefer einsteigen, wie immer unsere Xonigen Meinung:
Wir glauben, das Scheinfasten – also Fasting Mimicking Diet - ein starkes Werkzeug in ihrem persönlichen „Longevity – Werkzeugkasten“ werden sollte.

Wie alles begann

Scheinfasten, auch als Fasting Mimicking Diet oder kurz FMD bekannt, ist kein klassisches Fasten.

Es ist ein Ernährungskonzept, welches wie der Name schon sagt, dem Körper vortäuscht, dass er sich in einem Fastenzustand befindet. Währenddessen bekommt der Körper trotzdem Nahrung, die allerdings genau dosiert werden muss. Die wissenschaftliche Grundlage dieses Konzeptes entwickelte Prof. Dr. Longo Anfang der 2000er Jahre während seiner Arbeit in den USA an der USC (University of California).

Valter Longo hat im Rahmen seiner Altersforschungen bemerkt, dass bei fast allen Spezies, die sich kalorienrestriktiv ernähren, eine längere Lebensspanne auffällt, im Vergleich zu den, sagen wir mal vorsichtig, „Vielessern“.

Er ging davon aus, dass durch die Kalorienreduzierung bestimme Prozesse im Körper angestoßen werden, und zwar bei Menschen und Tieren gleichermaßen. Und, dass genau diese Prozesse eine längere Lebensspanne (Longevity) begünstigen könnten.

Im Rahmen seiner Forschungen untersuchte er diese Hypothese an Menschen, Tieren und Hefezellen. Im Fokus seiner Forschungen lag u.a. die Autophagie (auch Makrophagie genannt) - dieser Prozess funktioniert wie eine Art Müllabfuhr im Körper und sorgt dafür, dass auf Zellebene beschädigte Bestandteile abgebaut und wiederverwertet werden. Dieser Prozess hat einen positiven Einfluss auf die Zellalterung.

Ebenfalls glaubte er, dass bestimmte Signalwege im Körper, die Alterungsprozesse, Regeneration und die Energieversorgung der Zellen steuern, durch das Fasten positiv beeinflusst werden. Insbesondere der Ketonkörper-Stoffwechsel und der mTOR (mechanistic target of rapamycin) Mechanismus spielen hier eine wichtige Rolle.
Wahrscheinlich nutzen Sie aus den oben genannten Gründen bereits Intervallfasten mit 16/8 oder 5/2 oder OMAD. 

Falls Sie körperlich gesund sind, keiner Risikogruppe angehören und mit Ihrem Intervallfasten super zurechtkommen, idealerweise noch mit ärztlicher Begleitung, könnten Sie hier eigentlich aufhören zu lesen.

Warum Scheinfasten statt „Normalem Fasten“

Es gibt Menschen, für die das Interfallfasten eher nicht geeignet und sogar möglicherweise riskant ist, da ein Nährstoffmangel möglich ist. Darum empfehlen wir immer eine ärztliche Begleitung, falls jemand Intervallfasten machen möchte.

Dr. Longo suchte nach einer Möglichkeit, die positiven Effekte genau diesen Menschen zugutekommen zu lassen. Und auch denjenigen zu helfen, die sich mit dem Hungergefühl beim Fasten schwertun oder Probleme damit haben ihre gesamten benötigten Nährstoffe in dem vorgegebenen Ess- Fenster aufzunehmen.

Er entwickelte daher eine Methode, die alle Vorteile des Fastens auf Zellebene anstößt, ohne dass man vollständig auf Nahrung verzichten muss.

Dies war die Geburt des Scheinfastens bzw. der Fasting Mimicking Diet. Im Jahr 2014 präsentierte er seine Methode[2], im Jahr danach folgten die ersten Produkte und 2017 gab es die erste wissenschaftliche Studie mit Menschen[3].

Wie funktioniert Scheinfasten?

Falls Sie jetzt schon auf dem Weg zum Kühlschrank sind, müssen wir Ihnen direkt sagen: auch das Scheinfasten ist leider kein „All you can Eat“. Auch hier gibt es starke Einschränkungen, was die Nahrungsaufnahme angeht, aber sie dürfen mehrere Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen.

Das Scheinfasten dauert meistens 5 Tage mit einem sehr disziplinierten Ernährungsplan, der sowohl die Kalorienzufuhr pro Tag festlegt als auch die Anteile der Makros wie Fett, Protein und Kohlenhydrate. Durch den genauen Plan kommt der Körper trotz Nahrungsaufnahme in den erwünschten Fastenmodus.

Hier ein kleiner Hinweis aus der Xonigen Redaktion: die meisten von uns bevorzugen das Intervallfasten, weil dann das Hungergefühl oft komplett verschwindet.
Beim Scheinfasten hingegen isst man regelmäßig mehrfach am Tag und es besteht die Gefahr, dass das Hungergefühl nicht verschwindet und man dann nachts doch den Kühlschrank plündert.

Hier sollte jeder für sich und mit seinem Arzt besprechen, was sich einfacher und sicherer in den Alltag und vor allem in seinen eigenen Drang nach kompletter Sättigung integrieren lässt.

Normalerweise dauert ein Runde Scheinfasten 5 Tage mit folgenden Randbedingungen:

An Tag 1 nimmt man ca. 1000-1100 Kalorien zu sich.
Ab Tag 2 bis Tag 5 dann nur noch ca. 700-800 Kalorien.

Damit der Körper in den Fastenmodus springt, ist die Zusammensetzung der Kalorien entscheidend – z. B. die Kraftsportler unter uns müssen jetzt ganz stark sein, da Protein nur in geringen Mengen erlaubt ist.
Durch den hohen Fettanteil wird die Energieversorgung des Körpers sichergestellt und viele Mikronähstoffe beugen einem Mangel vor.
Die Mischung aus vielen gesunden Fetten, wenig Kohlenhydraten und sehr wenig Protein stößt die wichtigen Prozesse an, die wir für die Zellerneuerung benötigen.
Für genaue Rezepte und die Zusammenstellung eines FMD-Ernährungsplanes suchen Sie einfach im Internet nach „Rezepte beim Scheinfasten“.

Was genau passiert im Körper beim Scheinfasten?

  1. mTor wird gehemmt
    Die Hemmung des mTOR- Proteins ist ein der wichtigsten Mechanismen in der Longevity Forschung. Wenn der „Schalter“ mTOR auf Hemmung steht, schaltet der Körper um auf Reparatur und Recycling. Dies schützt uns u.a. vor Alterungsprozessen und Entzündungen.
  2. Stammzellen regenerieren sich
    Studien belegen, dass Stammzellen durch Scheinfasten wieder angeregt werden, Stammzellen sind die Basis jeder Regeneration um Körper und die könnte die Verjüngung der Zellen fördern.
  3. Ketose wird eingeleitet
    Sobald sich der Körper im Zustand der Ketose befindet, nutzt er primär Fett als Energiequelle, ein wichtiger Effekt, um Körperfett zu reduzieren aber auch um Entzündungen im Körper zu reduzieren.
  4. IGF1 Spiegel sinkt
    Ein dauerhaft erhöhter IGF1 Spiegel wird mit einer Beschleunigung des Alterungsprozesse in Verbindung gebracht, ein reduzierter IGF1 Spiegel könnte daher für bessere Zellgesundheit sorgen und entsprechend für eine längere gesunde Lebensspanne sorgen[4].
  5. Muskelschonender Gewichtsverlust
    Durch die reduzierte Kalorienmenge bei hohem Fettanteil kann das Gewicht gesund gesenkt werden, ohne den wichtigen Muskelanteil zu reduzieren.
  6. Epigenetische Verjüngung
    Eine aktuelle Studie aus 2024[5] deutet tatsächlich auch auf eine mögliche positive Veränderung des epigenetischen Alters hin – eine Verjüngung des Körpers durch Scheinfasten scheint möglich zu sein
    Die oben beschriebenen Effekte treten innerhalb der 5 Tage nach und nach auf, daher ist es für den Erfolg auch wichtig, die 5 Tage „durchzuhalten“.

Damit Sie wissen wann was in Ihrem Körper in diesem 5 Tagen passiert, hier ein kurzer Fahrplan:

Tag 1
Der Körper reagiert auf die geringere Nahrungszufuhr und fängt an, auf die Ketose umzustellen

Tag 2–3
Jetzt steigt die Ketose stark an, und die Autophagie ist auf dem höchsten Level, zudem sinkt das IGF1 Level

Tag 4–5
Jetzt wird es aus Longevity Sicht richtig spannend, die entzündlichen Prozesse gehen zurück und die Stammzellen fangen an sich zu regenerieren, der Körper baut neue Zellen auf.

Wer sollte auf Scheinfasten verzichten?

Durch die regelmäßige Nahrungsaufnahme ist Scheinfasten etwas sicherer als z.B. strenges Intervallfasten, aber es gibt trotzdem die Empfehlung, das bestimmte Personengruppen nicht scheinfasten sollten, u.a. gilt das für Schwanger, Minderjährige, Diabetiker, und Menschen mit Nieren – und Leberschäden sowie z.B. Herzrhythmusstörungen.

Wir von Xonigen raten auch bei Scheinfasten daher immer den Rat des Hausarztes einzuholen, hier gilt die alte Regel: was hilft - kann nämlich machmal auch schaden.

Nebenwirkungen auch beim Scheinfasten?

Beim Scheinfasten können am Anfang die gleichen Nebenwirkungen wie bei den anderen Fastentypen auftreten. Diese sind der Regel harmlos und typisch für Fastenprozesse und meist verschwinden in der Regel schnell. Kopfschmerzen, Frieren, Müdigkeit, Schlafstörungen etc.  zeigen an, dass der Körper sich an die geringe Kalorienzufuhr erst gewöhnen muss.

Jedoch:

Wenn Sie diese Nebenwirkungen nicht „riskieren“ wollen und Sie statt dessen auf ein gewisses Sättigungsgefühl nicht verzichten wollen – dann:
In unserem Xonigen All in One mit 14 potenten Longevity-Stoffen gibt es eine Reihe von Stoffen, die bei FMD unterstützend wirken bzw. potentiell ähnliche Wirkungen haben könnten. Die sind u. a. TMG Betain, Quercetin, Rhodiola Rosea, Taurin, Omega 3, L-Theanin und Glycin.

Wenn Sie also den Weg zum Kühlschrank nicht vermeiden können und Ihnen weder 16:8 noch FMD so richtig „im Blut“ liegen – dann ist unser All-in-One durchaus eine Alternative: https://xonigen.com/products/xonigen-all-in-one

Wie oft darf ich Scheinfasten im Jahr?

Hier Zitieren wir direkt aus dem Buch von Dr. Longo "The Longevity Diet" die folgenden Zyklen:

  • 1–2 Zyklen pro Jahr für Gesunde
  • 3 Zyklen pro Jahr für Menschen mit erhöhten Entzündungswerten oder Übergewicht
  • Monatliche Anwendungen unter ärztlicher Kontrolle bei starkem Übergewicht oder Stoffwechselproblemen

Für mehr Information über Dr. Valter Longo, können Sie auch seine Webseite besuchen. [6]

Zusammengefasst kann man sagen:

Scheinfasten wirkt auf viele der aktuell bekannten Longevity Prozesse positiv ein, daher kann man Dr. Longo durchaus als einen der frühestens Longevity Forscher sehen.

Um zu unserer Anfangsfrage zurückzukehren: Ist Scheinfasten sinnvoll oder wieder mal nur ein neuer Trend?

Diese Frage können Sie jetzt auch beantworten: neuer Trend nein, aber ein wieder neu entdeckter Trend und ein sinnvoller dazu.

Die wissenschaftliche Studienlage zeigt, das Scheinfasten relativ sicher ist, auf Zellebene die Verjüngung anstoßen kann und somit langfristig wirksam ist.
Sie erhalten die Vorteile des traditionellen Fastens bei gleichzeitiger sicherer Nährstoffzufuhr.

Man geht inzwischen davon aus, das Scheinfasten einen positiven Einfluss auf Stoffwechsel, Zellgesundheit, Entzündungsprozesse, Immunfunktion[7] und möglicherweise sogar das biologische Alter hat.

Daher glauben wir von Xonigen, dass Scheinfasten ein starkes Werkzeug in ihrem persönlichen „Longevity – Werkzeugkasten“ werden sollte.

 

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Unser Magazin – Häufig gestellte Fragen

Zu vielen unserer Magazinbeiträge erreichen uns Fragen. Wir beantworten diese hier sorgfältig und fundiert. Falls Ihre Frage nicht dabei ist, freuen wir uns jederzeit über eine Nachricht über unser Kontaktformular.
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Wie oft darf man pro Jahr scheinfasten?

Hier Zitieren wir direkt aus dem Buch von Dr. Longo "The Longevity Diet" die folgenden Zyklen:

1–2 Zyklen pro Jahr für Gesunde
3 Zyklen pro Jahr für Menschen mit erhöhten Entzündungswerten oder Übergewicht
Monatliche Anwendungen unter ärztlicher Kontrolle bei starkem Übergewicht oder Stoffwechselproblemen